Palliative Pflege - Menschenwürde bis zuletzt
Menschlichkeit und eine ganzheitliche Sichtweise ist stets Grundlage unseres täglichen Handels:
"Als DU angesehen sein, nicht behandelt als Fall -
gar als Störfall reibungsloser Abläufe oder
als ärgerliche Trübung eines Wunschbildes von Pflegenden.
Das Recht, ich selbst zu sein und zu bleiben -
bis ans Ende.
Leben, das mehr bedeutet, als kostendeckend versorgt zu sein.
Lebenssinn, der weiter reicht als das, wozu ich nützlich bin.
Ebenbild eines schweigenden Gottes,
auch wenn die Kräfte nachlassen und der Geist sich verdunkelt,
gerade dann?
Kann ich hoffen?"
(Erich Grond)
Palliative Care (pallium = Mantel) bedeutet nicht nur Pflege, sondern ganzheitliche Pflege, das heißt: körperliche, psychische, soziale und spirituelle Begleitung. Ziel ist es, die Leiden der multimorbiden (also von vielen Erkrankungen gleichzeitig betroffenen) und unheilbar kranken Menschen zu lindern, ihnen ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Die Palliative Pflege hilft dem Kranken, durch Schmerz- und Symptomkontrolle, in Würde sterben zu können. Palliative Care ist nicht nur in Kliniken, sondern auch in Pflegeheimen dringend notwendig. Die Palliativpflege ist bedürfnisorientierte Lebens-, nicht Sterbehilfe. Sie sucht ständig die Kommunikation mit dem Kranken, den Angehörigen, Ehrenamtlichen, Ärzten und anderen Berufen.
"Geh nicht vor mir her -
ich kann dir nicht folgen,
denn ich suche meinen Weg.
Geh nicht hinter mir -
ich bin gewiss keine Leiter!
Bitte bleib an meiner Seite -
und sei nichts als ein Freund
und - mein Begleiter."
(Albert Camus)
Palliative Pflege im Unterschied zum normalen Pflegealltag
Der Unterschied zwischen palliativ und kurativ besteht darin, dass bei einem kurativen Behandlungsansatz eine Genesung der Erkrankung des Bewohners angestrebt wird. Im Gegensatz dazu gibt es Situationen, bei denen eine vollständige Heilung realistisch nicht mehr in Aussicht ist. Dennoch haben wir viele Möglichkeiten, dem Bewohner weitgehend eine angemessene Lebensqualität zu ermöglichen. Durch einen gezielten Therapieansatz "ummanteln" wir den Menschen in seiner ganzheitlichen
Individualität.
Eine ganzheitliche palliative Versorgung für hochbetagte, multimorbide und dementiell erkrankte Menschen kann nur funktionieren, wenn eine
interdisziplinäre Zusamenarbeit gegeben ist. Darunter wird die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder auch Methoden verschiedener Fachrichtungen verstanden. Dafür ist es entscheidend, dass jede Berufsgruppe und jeder Einzelne sich seiner Stärken bewusst wird, aber auch weiß, wo er Entlastung und Hilfe bekommen kann.
Die Führungskräfte unserer Einrichtung haben die Aufgabe die Schnittstellen und Qualifikationen innerhalb unseres Hauses, aber auch außerhalb transparent zu machen, die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen zu fördern und zu optimieren. Umgekehrt ist es erforderlich, dass die Mitarbeiter unserer Einrichtung konstruktiv daran mitwirken, dass der Kontakt zu diesen Schnittstellen gepflegt wird und Konflikte konstruktiv gelöst werden können.
Eine gelungene und von
Respekt geprägte Kommunikation ist unbedingt nötig, um optimal für das ganzheitliche Wohlbefinden der Bewohner und ihrer Angehörigen sorgen zu können. Die Eigenmotivation unserer Führungskräfte ist ebenso entscheidend, wie die Motivation unserer Mitarbeiter.
Unsere Einrichtung baut darauf auf, dass in Zukunft eine intensiv fundierte Palliativ-Versorgung gelebt wird und legt auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den dazugehörigen Professionen viel Wert. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Palliativstützpunkt Cloppenburg und dem Hospizdienst ist eine individuelle und ganzheitliche Betreuung gewährleistet.
Jedes Gespräch muss
Vertrauen stärken und Hoffnung erhalten. Vertrauen und Hoffnung beziehen sich nicht nur auf Heilung, sonders sind wesentlich für die Gestaltung einer verbleibenden, beschränkten Lebenszeit.
Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben bis zum Tod
Hoffnung auf Linderung der Beschwerden
Hoffnung auf liebevolle Fürsorge und Begleitung bis zum Tod
Hoffnung auf Kontakt zu vertrauten Menschen bis zum Tod
Hoffnung auf psychische und seelische Gesundheit
Hoffnung auf ein ersehntes Ereignis in naher Zukunft
Hoffnung auf einen schmerzfreien, würdigen Tod
Hoffnung auf das, was nach dem Tode kommt
Hoffnung auf ein gutes Weiterleben der Lieben
Hoffnung auf Hilfe für die "Hinterbliebenen"
M. Schwermann 2009
Sterbebegleitung ist Begleitung des Sterbenden und zugleich Begleitung der Angehörigen. In der letzten Phase des Lebens sind die Angehörigen ein wichtiger Begleiter des sterbenden, alten Menschen. Sie können wesentlich zur Entlastung der Situation beitragen, da sie am besten wissen, welche Bedürfnisse und Wünsche der Sterbende aufgrund seiner Biografie hat. Wichtig für Mitbewohner, Angehörige und Mitarbeiter ist es, mit Trauerritualen unter Berücksichtigung der jeweiligen Konfession zu arbeiten.